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Bischof Bertram Meier, Augsburg

Fastenzeit 2022, 1. Fastensonntag 

Der Hirte der Diözese von Augsburg stellt uns in dieser Fastenzeit die Personen vor, die eine besondere Rolle bei der Passion Jesu gespielt haben.

Der Prozess

Jesus von Nazareth wird der Prozess gemacht. Gott steht vor dem Gericht der Menschen. Verschieden sind die Rollen, die Verantwortliche spielen, um den Heiland ums Leben zu bringen. Heute soll es um Herodes und Kaiphas gehen – die Unbekanntesten unter den Protagonisten des Verfahrens. Und doch sind es diese beiden, die Jesus schließlich auf dem Gewissen haben. An ihnen zuerst und zuletzt entscheidet sich der ganze Prozess. So stehen sie vor uns: der König und der Hohepriester, der weltliche Landesherr und der geistliche Oberhirte, Thron und Altar. Es lohnt sich, die beiden näher kennenzulernen.[1]

Ein Bericht von der Banalität des Bösen

 

Zuerst möchte ich von einem historischen Gegenstück des Jesus-Prozesses in der jüngeren Vergangenheit erzählen. Das Tribunal tagt ebenfalls in Jerusalem, nur 1930 Jahre später. Adolf Eichmann (1906-1962), der „Schreibtischtäter“ (Hannah Arendt), der die Vernichtung von mehr als sechs Millionen jüdischen Menschen perfekt organisierte, sitzt auf der Anklagebank. Der eingefleischte Antisemit zählt zu den Hauptverantwortlichen für die Shoa, den Holocaust, für den qualvollen Tod von Millionen Männern, Frauen und Kindern. 1961 wird ihm in Jerusalem der Prozess gemacht.

Normaler Mensch oder Bestie? 

Als Berichterstatterin nimmt die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) an der Gerichtsverhandlung teil. Eigentlich erwartet sie, einer blutrünstigen Bestie zu begegnen, einem brutalen Unmenschen. Aber dann schaut sie näher hin – und siehe da: Das ist kein Monster, sondern ein ganz normaler Mensch. Unter anderen Umständen, erklärt er, wäre er wohl Arzt geworden, doch könne er kein Blut sehen. Grundsätze, so gab er an, habe er keine; doch habe er stets gewissenhaft seine Pflicht erfüllt. Der Psychiater, der Eichmann untersucht hat, hält ihn für einen „vollkommen normalen Menschen, normaler, als ich selbst mir vorkomme“. Auch Hannah Arendt erscheint er weder hasserfüllt noch wahnsinnig noch blutrünstig, obwohl er wohl all diese Eigenschaften besaß, denn in einem Interview, das er einem ehemaligen SS-Mann vor seiner Verhaftung gab, sagt er: „Hätten wir von 10,3 Millionen Juden 10,3 Millionen Juden getötet, dann wäre ich befriedigt und würde sagen, gut, wir haben einen Feind vernichtet. (…) Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist.“[2]

Nur das Gute kann Tiefe besitzen.

Was aber Arendt entdeckt, sind hohle Gedankenlosigkeit und innere Leere. Das Buch, das sie im Nachhinein über diesen Prozess schreibt, trägt den Titel: „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen.“[3] Darin vertritt Arendt die These, nur das Gute könne Tiefe besitzen und deshalb im Wortsinn radikal sein, also aus dem Wurzelgrund des Menschen kommen. Das Böse indes sei nicht radikal, nur extrem. Es erscheine oft im Gewand des Banalen, doch gerade deshalb ist die Welt des Bösen so voll.

 

Herodes: das Schilfrohr im Wind

Zeitlich scheinbar weit entfernt vom Prozess Jesu, stecken wir doch schon mittendrin. Denn hier steht einer vor Gericht, der mit der Menschlichkeit Gottes ganz und gar ernst machte, so sehr, dass er sich, wie es im Philipperbrief heißt, „entäußerte und wie ein Sklave wurde – den Menschen gleich“ (vgl. Phil 2,7). Er hat gezeigt, dass Gott radikale Menschenfreundlichkeit ist: Der Weg Gottes ist der Mensch! Warum musste gerade Jesus von Nazareth zum Tod verurteilt werden? Weil Herodes und Kaiphas in ihrer Machtbesessenheit entschieden zu kurz gedacht haben, weil sie sich nicht berühren ließen von der faszinierenden Botschaft Jesu, weil ihnen die Sicherung ihres irdischen, auf wenige Jahre begrenzten „Reiches“ näher lag als das Vertrauen auf ein grenzenloses Reich der Liebe und des Friedens, in dem jeder Mensch – und zwar wirklich jeder! – zu seinem Recht kommt. So bietet uns die Bibel auf ihre Art einen Bericht von der Banalität des Bösen.

…der weltliche Landesherr

Unser Blick richtet sich zunächst auf den weltlichen Landesherrn: König Herodes ist nicht zu verwechseln mit seinem Vater gleichen Namens, der in der Kindheit Jesu bereits eine unrühmliche Rolle spielte: Die Geschichte von den Sterndeutern und dem Kindermord zu Bethlehem, der in Analogie zur Ermordung der Erstgeborenen zu Zeiten des Pharao geschildert wird, spricht Bände.

Bei Jesu Passion haben wir es mit Herodes Antipas zu tun; er war Vierfürst (Tetrarch) von Galiläa und residierte in Tiberias, also in der Heimat Jesu. Anders als von seinem Vater sind von ihm kaum Scheußlichkeiten überliefert. Kriege hat er eher selten und wenn, dann ungeschickt geführt. Dagegen schätzte er Prachtbauten; das Heilige Land ist bis heute voll von seinen ehrgeizigen, zu Stein gewordenen Projekten. Man kann sich diesen Herodes durchaus als einen etwas faulen, aber eher liberalen Genussmenschen vorstellen. Heute säße er vielleicht den ganzen Tag mit der Fernbedienung vor dem Fernsehgerät und zappte sich von Programm zu Programm. Richard Strauß hat ihm in seiner Oper „Salome“ ein Denkmal gesetzt: Dort besingt er arienweise Wein, Essen und Erotik. Vor allem aber liebte er es, Frauen beim Tanzen zuzuschauen und sich dabei zu ergötzen. Genau da setzt der Evangelist Markus mit seiner Erzählung an, die so orientalisch anmutet, dass sie reichlich Opernstoff bietet (Mk 6,17-29).[4] Sie endet damit, dass Johannes, der große Prophet vom Jordan, Opfer eines vollmundigen Versprechens wird, das Herodes bei seiner Geburtstagsparty gab.

 

Herodes versagt mehrfach

Später bekommt Herodes in Jerusalem nochmals eine Chance, überlegt vorzugehen, tiefer zu sehen als nur die Oberfläche, und wieder versagt er. Pontius Pilatus, der römische Statthalter, will sich die Affäre um diesen Jesus von Nazareth vom Hals schaffen. Deshalb mimt er den großzügigen Machthaber und schickt ihn zur Begutachtung zu Herodes, der zum Paschafest in Jerusalem weilt; denn schließlich konnte es nicht schaden, dem König ab und zu gleichsam pro forma das Gefühl der einstigen Macht zu geben. Und ein wenig fromm war der König ja auch, das gehörte dazu. Pilatus war ein erprobter Soldat und Menschenkenner, er wusste, wie man mit ‚Pappkönigen‘ umging. Und tatsächlich: Herodes ist über jede Abwechslung froh, und da er sich recht gut in der Religion seiner Väter auskannte, „freute er sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, ihn zu sehen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein von ihm gewirktes Zeichen zu sehen.“ (Lk 23,8)

 

Das einzige Wunder, das wirklich hätte geschehen können, wäre die Verwandlung dieses Monarchen gewesen.

Ein Wunder ist für ihn so viel wert wie ein Tanzspektakel. Aber ein Wunder passiert nicht, weil das einzige Wunder, das wirklich hätte geschehen können, die Verwandlung dieses Monarchen gewesen wäre! Entsprechend hohl werden die „vielen Fragen“ (Lk 23,9) des Herodes geklungen haben, auf die Jesus nicht einmal antwortet. Und nicht verwunderlich ist schließlich: Herodes‘ Freude kippt um in Ablehnung, denn bei Menschen ohne inneren Halt führt schon ein bloßer Hauch von Gegenwind zu abruptem Richtungswechsel. So ist Herodes in der Passionsgeschichte auch der einzige, von dem es heißt, er habe Jesus offen seine Verachtung gezeigt (vgl. Lk 23,11): Er, der in Prachtentfaltung seinen Lebensinhalt sah, schickt Jesus mit einem Prunkgewand zu Pilatus zurück – als Karikatur eines Königs.

 

In Johannes und Jesus begegnet ihm die Wahrheit 

So verspielt der Vierfürst zweimal seine Chance: In Johannes und in Jesus begegnet ihm die Wahrheit; beide Male steht kurzzeitig auf der Kippe, ob ihre mahnenden Stimmen das Ohr seines Gewissens erreichen, doch dann obsiegt seine Trägheit und er lässt die beiden, die ihm den Spiegel vorhielten, töten – weniger aus Bosheit als aus Oberflächlichkeit. Von Jesus ist ein Wort zu Herodes Antipas überliefert: fein gekleidet, aber darunter ein Schilfrohr, das im Winde schwankt (vgl. Mt 11,7-9). Sein Leben als wirklich königliches Leben bleibt am Ende ungelebt. Nicht Jesus im Purpurmantel, sondern Herodes ist die Karikatur eines Königs.

 

Kaiphas: das übertünchte Grab

Nach Herodes schauen wir nun auf Kaiphas, den Hohepriester: kein Müßiggänger und Genussmensch wie Herodes, sondern ehrgeizig und realistisch. Er hatte sich auf der Karriereleiter zielstrebig hochgearbeitet, nachdem er wohl – wie sein Beiname Kaiphas, das heißt „Befrager“, andeutet – als eine Art Untersuchungsrichter in religiösen Angelegenheiten begonnen hatte. Wenigstens hierin ist er sich bis zuletzt treu geblieben. Das Amt des Hohepriesters war zu der Zeit zum Spielball der römischen Besatzer verkommen. Kaiphas erreichte es durch kluge Heiratspolitik. Sein einflussreicher Schwiegervater Hannas, der selbst einmal das Amt bekleidet hatte, förderte ihn fortan nach Kräften. In einer Zeit, in der man im Durchschnitt nur wenige Jahre Hoherpriester war, konnte Kaiphas sich 18 Jahre lang im Amt halten. Als geschickter Diplomat und gewiefter Taktiker, der er war, wusste er, was er wollte. Kaiphas verhielt sich wie ein echter „Realpolitiker“.

Selbst in ökonomischen Dingen mischte Kaiphas kräftig mit. Nach rabbinischer Überlieferung gehörten seinem Schwiegervater wohl Kaufhallen auf dem Tempelberg, in denen die Wallfahrer, die zu den Festen nach Jerusalem pilgerten, mit Opfertieren, Tempelgeld oder anderen Andachtsgegenständen versorgt wurden. Der Tempel, für den Kaiphas die oberste Verantwortung trug, war gleichsam das „Fort Knox“ seines Volkes, in dem auch der Staatsschatz gelagert war; ferner war der Tempel das Wirtschaftszentrum Israels, in dem ein Großteil des Bruttosozialprodukts umgesetzt wurde; und schließlich galt ihm als ewiges Denkmal jüdischer Größe der ganze Stolz seines Volkes. Nur eines war bei vielen religiösen Funktionären in Vergessenheit geraten: der Tempel als Heiligtum des lebendigen Gottes.

 

Jesu Frontalangriff auf das religiöse Establishment

Auf dieses Manko hatte Jesus immer wieder hingewiesen und fand dafür drastische Worte: „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.“ (Lk 19,46) Das war ein Frontalangriff auf das religiöse Establishment, allen voran auf die Priester. So ist die Annahme begründet, dass die sog. Tempelreinigung der Auslöser für den Plan war, Jesus zu beseitigen. Kaiphas, so können wir annehmen, fühlt sich bedroht, sein sorgsam eingefädeltes Machtgefüge wird durch diesen charismatischen Aufrührer aus Nazareth unterwandert, das Volk schließt sich ihm an, hört ihm zu – dadurch wird es unberechenbar. Und außerdem: Was wäre, wenn dieser Galiläer recht hat: Wenn auch Gott nicht berechenbar wäre bis in die kleinsten Münzen des Tempelgeldes? Wenn Gott Wärme und Weite in Person wäre, wie Jesus behauptet? Wenn Gott wirklich wollte, dass die Menschen sich ändern?

 

Auch Kaiphas‘ Leben bleibt ungelebt

Doch hat wohl auch Kaiphas solche Überlegungen in den Wind geschlagen und verspielte wie Herodes seine Chance zur Umkehr. Er ließ sich nicht den Spiegel vorhalten, sondern vernichtete mit Jesus den, der in der Nachfolge der Propheten, ja mehr noch aus unmittelbarem Erleben den lebendigen Gott verkündete. So bleibt auch Kaiphas‘ Leben – ein wirklich priesterliches Leben – am Ende ungelebt. Und Jesu Urteil fällt in aller Trauer über so viel Verstocktheit deutlich aus: „Weh Euch, (…) ihr Heuchler! Ihr seid wie übertünchte Gräber, die von außen schön aussehen, innen aber voll sind von Knochen der Toten und aller Unreinheit“ (vgl. Mt 23,27-33). Dies hält auch uns den Spiegel hin: Wie sieht unser inneres, geistliches Leben aus? Wie steht es um unseren kirchlichen „Betrieb“? Leben wir so, als ob es Gott nicht gäbe?

 

Die Gefährdung der Durchschnittlichkeit 

Schwankendes Rohr und übertünchtes Grab: Das sind die Bilder, mit denen Jesus die Mächtigen seiner Zeit, Herodes und Kaiphas, beschreibt. Warum musste er gerade solchen mittelmäßigen Menschen zum Opfer fallen – einem vergnügungssüchtigen Monarchen und einem klerikalen Karrieristen? Genau deshalb, weil das Geheimnis des Bösen die Gewohnheit ist, die alltägliche Banalität.

400 Jahre vor Christi Tod hat sich der Philosoph Platon gefragt, was wohl geschehen würde, wenn der vollkommen Gerechte auf Erden erschiene. Und gab darauf die Antwort: Die Menschen würden ihn geißeln, blenden und kreuzigen. Weil ihre Augen sich so gewöhnt haben an das graue Zwielicht des Alltags, dass jeder Versuch, in der Wahrheit zu leben, dass jeder Mensch, der Licht ausstrahlt, ihnen nur Angst und Hass einjagt.

 

Wieviel Oberflächlichkeit und Banalität bestimmt unser kirchliches Leben?

Ja, wir Menschen halten das Licht nicht aus, weil uns das graue Zwielicht des Alltags angenehmer ist. Nicht weil die Menschen zuinnerst grausam wären, halten sie sich das Gute vom Leibe, sondern weil sie zu bequem sind. Herodes und Kaiphas in mir erkennen heißt auch fragen: Wo ertappe ich mich bei ähnlichem Rollenverhalten – auch und gerade in der Kirche? Wieviel Oberflächlichkeit und Banalität bestimmt unser kirchliches Leben? Wie oft setzen wir mehr auf äußeren Schein als auf das innere Sein! Wie viel Ängste blockieren uns, wenn es um geistliche Erneuerung und notwendige Reformen im Sinne des Evangeliums geht!

Herodes und Kaiphas sind Muster, die anteilig in jedem von uns weiterleben. Eines jedenfalls verbindet uns mit beiden: Jede und jeder von uns ist gesalbt mit dem Chrisam, mit dem in der Antike Könige wie Herodes und Priester wie Kaiphas gesalbt wurden. Bei uns geschah das in der Taufe, und der Spender des Sakramentes hat damals – selbst wenn wir es noch nicht bewusst hören konnten – sinngemäß zu uns gesagt: „Du, kleiner Christ, bist berufen zum König und zum Priester.“

 

Herodes und Kaiphas haben ihre Berufung verspielt

Herodes und Kaiphas haben, als sie Jesus begegneten, ihre Berufung verspielt: aus Faulheit, aus Angst, aus Machtbesessenheit. In der Begegnung mit Jesus Christus können wir jedoch unsere Berufung neu entdecken: gegen Banalität und Oberflächlichkeit, gegen den äußeren Schein, den mausgrauen Durchschnitt und den Impuls, nach Schwächeren zu suchen, die uns ausgeliefert sind, anzukämpfen. Eine gute Gelegenheit, Jesus Christus und seiner Frohen Botschaft auf den Grund zu gehen, ist die Fastenzeit. Daher: Christ, erkenne deine Würde![5]

 

[1] Zur Vertiefung wird empfohlen: Jos Rosenthal, Der Prozess Jesu. 18 Stunden bis zur Hinrichtung, Mainz 2003.

[2] Zit. n. Katja Riedel, Adolf Eichmann. Organisator des Massentods. Focus online (11.04.2011) https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/tid-21923/adolf-eichmann-organisator-des-massentods_aid_616557.html, aufgerufen 11. Februar 2019.

[3] Englisch 1963, deutsch 1964 erschienen. Seit 1986 ist die im Piper-Verlag erschienene deutsche Textausgabe durch einen aus der Feder des Historikers Hans Mommsen stammenden kritischen Essay erweitert.

[4] Eine etwas kürzere Variante von der Hinrichtung des Täufers findet sich in Mt 14,3-12; vgl. Lk 3,19f.

[5] Vgl. Leo der Große, Sermo 21,2.

Unser Sonntag: Im März mit Bischof Bertram Meier, Augsburg

Im März begleitet uns bei „Unser Sonntag“ Bertram Meier, Bischof von Augsburg und 62. Nachfolger des heiligen Ulrich.

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Augsburg und Rom wurde er 1985 zum Priester geweiht. Nach der Zeit als Kaplan und Dekan in Neu-Ulm trat Meier 1996 in den Dienst des Heiligen Stuhls ein und war bis 2001 Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat.

2000 wurde er zum Domkapitular in Augsburg gewählt und leitete nach seiner Rückkehr nach Deutschland von 2002 bis 2014 im Bistum Augsburg verschiedene Referate.

2011 wurde er zum Vorsitzenden der Konferenz der Ordensreferenten in Deutschland gewählt. Zudem wurde er zum Mitglied der von der Deutschen Bischofskonferenz gegründeten „Konferenz Weltkirche“ bestellt. Als Beauftragter für weltkirchliche Aufgaben auf Diözesanebene vertrat er fünf Jahre die bayerischen Bistümer.

Das Augsburger Domkapitel wählte Meier  am 8. Juli 2019 zum Diözesanadministrator, Papst Franziskus ernannte ihn am 29. Januar 2020 zum neuen Bischof von Augsburg. Es ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche und der Unterkommission Interreligiöser Dialog sowie Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz.

(radio vatikan – redaktion claudia kaminski)