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Die seelige Adelindes           Im Anschluss um 22:00 Uhr: Lichtreicher Rosenkranz mit Joseph Kardinal Ratzinger
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Ein Nachruf von Dr. Claudia Kaminski

Auf die Begegnung mit Gott hat er sehr lange warten müssen und doch kommt sein Heimgang für mich zu früh. Seine Präsenz im Vatikan, seine stille Gegenwart im Klösterchen war für mich in den Jahren seines Rücktritts ein großer Trost. Und der emeritierte Pontifex hat für mich eine große Rolle gespielt. Schon als Studentin habe ich bei Romaufenthalten immer wieder seine Frühmesse Donnerstags um 7 Uhr im Campo Santo besucht – da war Joseph Ratzinger noch Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation. Ein bisschen fühlte ich mich wie ein Groopie oder auch Stalker – aber als Lebensrechtlerin war es mir wichtig, ihn immer wieder zu sehen und – wenn auch nur kurz – zu sprechen.

Benedikt XVI. hatte immer ein Ohr für die Lebensrechtler

Erstaunt aber auch ein wenig stolz durfte ich lernen, dass er das ALfA Lebensforum las, die populärwissenschaftliche Zeitschrift der Lebensrechtsbewegung in Deutschland, deren Vorsitzende ich damals war.

Der Tod Johannes Pauls II. war ein quasi öffentliches Sterben. Die Tage nach seinem Tod war ich als Kommunikationschefin in der Via della Conciliazione im Einsatz, denn die Menschen, die stunden- und fast tagelang anstanden, um sich von JPII zu verabschieden mussten auch sanitätsdienstlich versorgt werden. Der Himmel fügte es, dass ich auch zum Requiem noch in Rom sein konnte. Unvergessen die Predigt von Kardinal Ratzinger –Gänsehaut pur. 

Trotzdem hätte ich nicht damit gerechnet, dass es wenige Tage später heißen würde. Habemus Papam – Josephum …

Der erste Glückwunsch aus Deutschland kam damals ausgerechnet vom obersten protestantischen Lebensrechtler, Hartmut Steeb. Für mich war sofort klar: Bei der Inthronisierung bin ich dabei – auch meine Schwester wollte sofort mit und so organisierte ich Karten für die Heilige Messe auf dem Petersplatz.

Besonders berührt hat mich mein Neffe. Als er Papst Benedikt auf dem Petersplatz sah, meinte er spontan: „Was ist der lieb, der ist ja richtig lieb.“ Und das ist sicher auch einer der besonders anziehenden Züge von Papst Benedikt, seine liebe, väterliche oder auch großväterliche Art, die dazu beigetragen hat, dass ihm sicher nicht nur mein Herz zugeflogen ist. 

Mehrmals durfte ich ihm nach der Wahl zum Papst begegnen – diese Zugewandtheit, das Interesse, die tiefe und ehrliche Begegnung – das hat mich immer tief bewegt. Sein Rücktritt war für mich ein Schock – und ich hatte die Befürchtung, dass ich eben nicht genug für den Pontifex gebetet habe….Die letzte Begegnung war 2016 in den vatikanischen Gärten. Sein großartiges Gedächtnis zeigte sich auch dort: „Sie haben mir immer so lieb geschrieben.“ – ja, das habe ich – viele Briefe wanderten ins Klösterchen – mit der Versicherung des Gebetes, aber auch mit der Bitte um seine Fürsprache und sein Gebet. Sein Heimgang macht mich sehr traurig – er wird fehlen – und sicher nicht nur mir. Aber für unseren geliebten Papst Benedikt XVI. ist es jetzt ein Ausruhen bei seinem Geliebten Herrn Jesus Christus – in Ewigkeit – und dort gibt es dann hoffentlich auch ein Wiedersehen.

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