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Im November begleitet uns bei „Unser Sonntag“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Der Theologe war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg und von 2012 bis 2017 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
2014 wurde er von Papst Franziskus als ordentliches Mitglied in die Kongregation für die Orientalischen Kirchen berufen. Im Juni 2021 ernannte Papst Franziskus den 73-jährigen für eine fünfjährige Amtszeit zum Mitglied des „Supremo Tribunale“ der Apostolischen Signatur, also zum Richter am höchsten Kirchengericht.
Jesus, betont Kardinal Gerhard Ludwig Müller, bringt mit göttlicher Autorität die Heilsbotschaft zu allen, die nicht groß im Kurs stehen bei den Reichen, Schönen und Mächtigen. Nicht einmal das Lehramt von Papst und Bischöfen könne sich über die Worte Jesu stellen, so der Theologe.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Mk 12, 38–44

Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, fragt zunächst danach, warum Jesus die Schriftgelehrten in diesem Evangelium „so harsch“ anspricht. Seien diese Schriftgelehrten etwa mit den christlichen Theologen von heute vergleichbar, „über die man sich aufregen kann im Vergleich zu den einfachen Gläubigen, die einfach im Alltag versuchen, ihr christliches Leben zu gestalten“?

Die Schriftgelehrten sperrten sich gegen Jesu Anspruch

Doch nein – aus dem größeren Kontext im Markusevangelium werde deutlich, dass es hier „um etwas ganz anderes“ gehe. Jesus bringe mit göttlicher Autorität die „Heilsbotschaft“ zu allen, „die nicht groß im Kurs stehen bei den Reichen, Schönen und Mächtigen“. Und die Schriftgelehrten sperrten sich gegen den „Anspruch Jesu, der Sohn Gottes zu sein, das Evangelium von Gott her zu verkünden“.

„Man muss sich allerdings davor hüten, diese Gesetzeslehrer (der Zeit Jesu) einfach zu identifizieren mit den Rabbinern, die es auch heute im Judentum gibt“, so der Kardinal. „Wir respektieren die Juden als unsere älteren Brüder im Glauben“, die sich um die Einhaltung der göttlichen Gebote bemühten. „Aber man kann auch sozusagen die Gesetze Gottes so auslegen, dass sie am Ende seiner ursprünglichen Intention widersprechen“, erläutert Müller mit Blick auf die Schriftgelehrten vor zweitausend Jahren.

„Wir sind als Christen davon überzeugt, dass Jesus Christus nicht nur einer der Ausleger des Gesetzes Gottes war, sondern dass er das Wort ist, das Fleisch geworden ist. Jesus Christus in seiner Lehre ist die wahre Auslegung der Intentionen des Inhaltes des Wortes Gottes.“

 

Das Lehramt dient dem Wort Gottes

Nicht einmal das Lehramt von Papst und Bischöfen könne sich „über die Worte Jesu stellen“ – das gelte auch, beispielsweise, beim Thema Ehe. „Es gibt verschiedene Versuche, schwierigen Situationen in einzelnen Fällen gerecht zu werden, aber das kann letztlich nur verstanden werden und richtig auch in der Wirklichkeit, in der Praxis zur Anwendung kommen, wenn wir das Wort Jesu als die oberste Auslegung ansehen. Das Wort Gottes legt sich selber aus. Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern es dient ihm.“

Christliche Theologie sei der „Versuch, das Wort Gottes zu verstehen“, und stehe „im Gespräch mit den großen Wahrheitsfragen“. „So wollen wir dieses Evangelium verstehen, nicht indem wir irgendwelche Ressentiments pflegen gegen diese oder jene Gruppen, sondern indem wir ursprünglich auf Jesus Christus hinhören. Er ist der wahre Lehrer der Christenheit…“

(radio vatikan – redaktion claudia kaminski)

 

Im November begleitet uns bei „Unser Sonntag“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Der Theologe war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg und von 2012 bis 2017 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
2014 wurde er von Papst Franziskus als ordentliches Mitglied in die Kongregation für die Orientalischen Kirchen berufen. Im Juni 2021 ernannte Papst Franziskus den 73-jährigen für eine fünfjährige Amtszeit zum Mitglied des „Supremo Tribunale“ der Apostolischen Signatur, also zum Richter am höchsten Kirchengericht.