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Bischof Bertram Meier, Augsburg

2. Fastensonntag 2022 

An diesem zweiten Fastensonntag geht es um die einzige Person, die es neben Jesus und Maria aus der Geschichte ins Glaubensbekenntnis geschafft hat. Wer war dieser Pontius Pilatus, der eine so unglückliche und zwielichtige, aber auch eine so entscheidende Rolle im Verhör und bei der Verurteilung Jesu spielte?

Er war gewiss keiner der Großen der Weltgeschichte. Trotzdem kommt sein Name in der Chronik der Menschheit öfter vor als der eines mächtigen Kaisers, bedeutenden Erfinders oder hochrangigen Künstlers. Sein Name hat es bis ins Glaubensbekenntnis geschafft.

Tacitus: Unter der Regierung des Kaisers Tiberius wurde durch den Prokurator Pontius Pilatus dieser Christus hingerichtet

Die Rede ist von Pontius Pilatus. In der Amtszeit dieses höchsten römischen Beamten in Palästina wurde in Jerusalem jenes Todesurteil gefällt, das die Hinrichtung des Jesus von Nazareth möglich machte. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus formulierte einst – wie eine nüchterne Aktennotiz – den inhaltsschweren Satz: „Unter der Regierung des Kaisers Tiberius wurde durch den Prokurator Pontius Pilatus dieser Christus hingerichtet.“ Pontius Pilatus ist paradoxerweise der einzige Name, der neben Jesus Christus und seiner Mutter Maria durch die Jahrhunderte hinweg im Credo der Kirche konserviert wurde. Da findet sich keine der großen alt- und neutestamentlichen Gestalten, kein Abraham, kein Mose, kein Elija oder Johannes der Täufer; da suchen wir auch die Widersacher Jesu vergeblich, wir finden weder Herodes noch Kaiphas, weder die Pharisäer noch Judas Iskariot; ja nicht einmal der Satan, der in Judas fuhr, findet Erwähnung – nur diese unglückselige Gestalt ist für alle Zeit verewigt: „gekreuzigt unter Pontius Pilatus.“ Heute fragen wir uns: Wer war dieser Pontius Pilatus, der eine so unglückliche und zwielichtige, aber auch eine so entscheidende Rolle im Verhör und bei der Verurteilung Jesu spielte?

„Kaiserlicher als der Kaiser“

Werfen wir zunächst einen Blick auf seine Stellung und sein Amt. Das Land Palästina war 63 vor Christus von den Römern erobert worden und stand seither unter deren Herrschaft. Solch unfreie Länder hatten alljährlich beträchtliche Tributzahlungen an die Besatzermacht zu leisten. Der römische Kaiser Tiberius, der in der Zeit von 14 bis 37 nach Christus regierte, entsandte im Jahr 26 Pontius Pilatus als seinen Prokurator in die Provinz Judäa. Zeitgenössische Dokumente schildern diesen römischen Statthalter, der aus dem niederen römischen Adel stammte, als hart und bestechlich, als obrigkeitshörig auf der einen und gewissenlos opportunistisch auf der anderen Seite. Pilatus gilt als Funktionär, der den römischen Machtanspruch konsequent und auch nicht gerade zimperlich durchzusetzen vermochte. In seiner Amtsführung ist er sozusagen ‚kaiserlicher als der Kaiser‘.

„Der gemeinsame Gegner schweißt Herodes und Pilatus zusammen“

Zudem sagt man Pilatus eine besondere Judenfeindlichkeit nach. Er, der aufgeklärte, in griechischer Philosophie geschulte Römer sieht in Menschen, die an einen Gott glaubten, noch dazu, wenn Sie politisch den Kürzeren gezogen hatten, bestenfalls ‚arme Irre‘. Dennoch war er nicht so naiv, das Aggressionspotential, das in einem solchen Glauben lag, zu unterschätzen. Als daher die Hohepriester Jesus aus Nazareth zu ihm bringen, handelt Pilatus taktisch klug, indem er Herodes in das Verfahren einbezieht. Der gemeinsame Gegner schweißt Herodes und Pilatus zusammen: „An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher waren sie Feinde gewesen.“ (Lk 23,12)

Pilatus muss Stellung beziehen

Der Prozess selbst, der ihm ausgerechnet in der emotional aufgeheizten Zeit des Paschafestes, an dem die Befreiung von der Fremdherrschaft Ägyptens gefeiert wurde, aufgedrängt wird, ist Pilatus äußerst zuwider. Am liebsten würde er sich die ganze Affäre vom Leibe halten, aber das ist kaum möglich, ohne das Gesicht zu verlieren. So kommt es ihm ganz gelegen, dass sich König Herodes anlässlich des Osterfestes in Jerusalem aufhält. Ihm wurden schon vor einiger Zeit Sonderrechte eingeräumt – darunter auch das Recht, Todesurteile zu fällen und auch gleich vollstrecken zu lassen. Also erscheint Herodes für Pilatus als passender Stellvertreter, zumal es ja um ein spezifisch jüdisches Problem geht. Mit dem Schachzug, Jesus Herodes zu übergeben, schlägt er in seinen Augen zwei Fliegen mit einer Klappe: Er entzieht sich elegant der Verantwortung in dieser heiklen Geschichte und er kann sich den politischen Feind Herodes gewogen machen, indem er seiner Macht schmeichelt. Doch die Rechnung geht so nicht auf: Der gesichtslose Funktionär, der Bürokrat eines durchorganisierten Weltreiches wird zur Entscheidung gezwungen. Pilatus kommt aus dieser Nummer nicht heraus. Er muss Stellung beziehen.

Die Entscheidungsfrage

„Was ist Wahrheit?“ (Joh 18,38) So fragt Pilatus mit müder Skepsis, als der Wortwechsel mit dem geschundenen Angeklagten seinen Höhepunkt erreicht. Was ist Wahrheit? Darüber ließe man sich lange unterhalten und ausgiebig streiten, ein Spitzengespräch zwischen zwei Personen, die unterschiedlicher nicht sein können: ein rabbinisch geschulter Zimmermann, „der Menschensohn“, Auge in Auge mit dem abgebrühten Soldaten und prominenten Politiker, Statthalter des mächtigsten Mannes der Erde. Aber Pilatus ist nicht interessiert. Die „Pax Romana“ wahren – die römische Art der Befriedung des Weltreiches -, darin sieht er seine Verpflichtung. Pilatus möchte auf seinem Richterstuhl nicht philosophieren. Zudem fehlt dafür die Zeit. Denn es muss schnell gehen mit der Urteilsverkündung. Die bevorstehenden Festtage sind brisant genug, bis dahin soll der Fall erledigt sein. Deshalb fackelt Pilatus nicht lange. Gleichzeitig hat er wohl auch geahnt: Jesus und er werden in der Frage nach der Wahrheit nicht zusammenkommen.

„In Wirklichkeit ist er alles andere als ein Unschuldslamm, berühmt und berüchtigt wegen seiner Skrupellosigkeit und Brutalität“

Dass sich Pontius Pilatus die Hände in Unschuld wäscht, verdankt er der rosaroten Brille der Evangelisten. In Wirklichkeit ist er alles andere als ein Unschuldslamm, berühmt und berüchtigt wegen seiner Skrupellosigkeit und Brutalität. Wiederholt provoziert er die Juden, z.B. durch die dreiste Verwendung von Vermögen aus dem Tempelschatz für eine öffentliche Wasserleitung oder durch das Niedermetzeln einer großen Pilgergruppe der Samariter.
Zu allem Überfluss wird es gerade für Pilatus noch in anderer Hinsicht eng: Vor kurzem wurde sein einflussreicher Freund und Gönner Sejan in Rom hingerichtet – wegen eines Putschversuchs gegen Kaiser Tiberius. Dem Machtpolitiker ist klar: Jetzt darf ich mir keinen Fehler erlauben, sonst ist auch mein Ende besiegelt. In diese heikle Situation fällt der Prozess gegen Jesus von Nazareth.

Flavius Josephus erzählt von mehreren „Räuberkönigen“

Dass aus den Reihen der Juden Führerpersönlichkeiten auftraten, ist nichts Neues. Der römische Geschichtsschreiber Flavius Josephus erzählt von mehreren „Räuberkönigen“, die zum Aufstand geblasen haben. Alle teilten das gleiche Schicksal: Koste es, was es wolle – sie mussten gefunden, gefangen und gekreuzigt werden. In dieser Reihe sieht Pilatus jetzt auch Jesus.
Der Richter sucht nach einer griffigen Anklage, daher steuert er gleich ins Zentrum: „Bist du der König der Juden?“ (Joh 18,33) Welche Vorstellung steht hinter dieser Frage aus dem Mund eines Vize-Königs, eines Kaiser-Stellvertreters?

Wie definiert Pilatus einen König?

Ein König, das ist für Pilatus einer, der, ohne mit der Wimper zu zucken, alles durchsetzt, was ihm nützlich erscheint.
Ein König, das ist für ihn ein Herrscher – einer, der die Macht hat und sie fest umklammert, damit sie ihm niemand mehr entreißen kann.
Ein König ist einer, der über genügend Gefolgschaftsleute, vor allem Militär verfügt, um Fakten zu schaffen und der Geschichte seinen Stempel aufzudrücken.
Jesus aber versucht, Pilatus auf eine andere Fährte zu führen: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert werde. Aber mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“ (Joh 18,36) Sagen nicht auch wir oft mit beinahe mitleidigem Unterton: „Der ist wohl nicht von dieser Welt“? Damit drücken wir aus, dass jemand zwar edel denken mag, aber doch ein fast naives Verhalten an den Tag legt. Nicht von dieser Welt, das heißt für Jesus: Sein Königtum ist keine Macht, unter der viele in dieser Welt leiden: eine Herrschaft der Gewalt, der Intrigen, der bösen Machtspielchen, von Ausbeutung und Ungerechtigkeit.

Auf Leben und Tod

Jesus Christus hat ein eigenes Regierungsprogramm: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (Joh 18,37) Er verbindet die Machtfrage mit der Wahrheitsfrage – jetzt wird es Pontius Pilatus zu viel. Er bricht das Gespräch ab, auf Spitzfindigkeiten will sich der Realpolitiker nicht einlassen. Der Statthalter des Kaisers delegiert das Urteil an das Volk; suggestiv fragt er: „Wollt ihr, dass ich Euch den König der Juden freilasse?“ (Joh 18,39) Doch die lautesten Schreier fordern die Begnadigung eines Räubers.
Vor einigen Jahren hat die ARD eine Themenwoche der Frage gewidmet: Wie gehen wir um mit Sterben und Tod? Spielfilme, Dokumentationen und Talk-Shows zeigten die unterschiedlichsten Facetten auf. Die Debatte wurde, soweit ich sie verfolgte, sensibel und kompetent geführt. Doch eine Aussage, gab mir zu denken. Ein Arzt, der durch ein sog. Medikamenten-Cocktail todkranken Menschen zum Sterben hilft, sagte: „Es gibt keine verbindliche Moral für alle. Jeder hat seine eigene Ethik.“

„Merken wir, wie schnell wir selbst in die Rolle des Pontius Pilatus schlüpfen?“

Rückt uns diese Frage um aktive Sterbehilfe nicht ganz in die Nähe der Frage des Pilatus: Was ist Wahrheit? Gibt es überhaupt eine absolute Wahrheit? Oder bastelt sich jeder seine eigene Wahrheit zurecht – seine eigene Ethik, mit der er dann das Urteil fällt über Leben und Tod? Merken wir, wie schnell wir selbst in die Rolle des Pontius Pilatus schlüpfen? Dass wir aus sog. „humanitären Gründen“ unsere Hände in Unschuld waschen, wenn wir uns gleichzeitig ein Urteil anmaßen darüber, wann das Leben eines Menschen aus-gelebt ist? Es wird gefährlich, wenn jemand behauptet: Es ist mein Leben, so ist es auch mein Tod.

Gott ist es, dem wir das Leben zurückgeben, wenn die Zeit gekommen ist

Als Christen müssen wir gegenhalten: Wir sind nicht Herren des Lebens, das Leben ist nur Leihgabe, uns anvertraut auf Zeit. Gott ist es, dem wir das Leben zurückgeben, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Er ist unser König, er hat die Hoheit über Leben und Tod. Daran dürfen wir nicht rütteln.
Romano Guardini, einer der großen Theologen des vergangenen Jahrhunderts, hat die Entscheidungssituation, wie sie sich in der Begegnung zwischen Jesus und Pilatus zugespitzt hat, im Laufe seines Lebens immer mehr als die entscheidende Herausforderung für den neuzeitlichen Menschen erkannt. In seinem Werk „Theologische Briefe an einen Freund“ schreibt er: „Auf einmal erhebt sich hinter alledem, was Menschenwesen und Menschengeschichte heißt, ein ungeheurer, nie zum Abschluss kommender Rechtsvorgang. Der Sohn Gottes meldet sich zum Zeugen und spricht sein Zeugnis. (…) Der Mann auf dem Richterstuhl aber, mit dessen Wort für den Augenblick die Entscheidung fallen soll, ist ein schwächlicher, liberaler Skeptiker und zuckt die Achseln: ‚Wahrheit – was ist das?‘ Nie ist mir so wie in diesem Zusammenhang klar geworden, wie bis in die Wurzeln falsch die Vorstellung vom Dasein, von der Welt als ‚Natur‘, vom Menschen als in ihr sich entwickelnden autonomes Wesen usw. ist. Wie mit Augen glaubte ich zu sehen, warum der Schaden des Daseins unheilbar, warum das schlechte Gewissen unaufhebbar ist, solange dieser Grundzustand nicht erkannt und ihm nicht standgehalten wird. Und mir wurde auch klar, wo die Grundgefahr der Theologie liegt: dass sie sich in diesen Charakter hineinziehen lässt.“

Die Gefahr des entkernten Glaubens

Eine Theologie, die sich keinem Wahrheitsanspruch mehr verpflichtet fühlt, mag auf den ersten Blick als erfrischend undogmatisch erscheinen; doch gehört solch ausgehöhlter, gleichsam entkernter Glaube zu den schlimmsten Verführungen. Denn er wird zum religiös verschleierten, beliebig benutzbaren Spielraum der unterschiedlichsten Machtinteressen. Die behauptete Autonomie, die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, hat, wo sie von der Wahrheit abgekoppelt wurde, noch nirgends zur Freiheit des Menschen geführt – im Gegenteil: Sie führt in neue und schlimmere Abhängigkeiten.
„Was ist Wahrheit?“ Die Pilatusfrage wird zur persönlichen Entscheidungsfrage. Sie muss uns existentiell nahegehen, uns beunruhigen. Betrachten wir einen historischen Moment, die Messe Pro Eligendo Romano Pontifice am 18. April 2005, mit der die Zeit der Trauer um Papst Johannes Paul II. abschloss und zugleich ein neues Kapitel der Kirchengeschichte aufgeschlagen wurde. Dem Gottesdienst stand Joseph Ratzinger als damaliger Kardinal-Dekan vor und stellte der Zeit folgende Diagnose aus:

„18. April 2005, Kardinal Ratzinger: Wir hingegen haben einen anderen Maßstab: den Sohn Gottes, den wahren Menschen. Er ist das Maß des wahren Humanismus.“

„Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft mit dem Etikett des Fundamentalismus belegt; während der Relativismus, also das Sichtreibenlassen von jedem Widerstreit der Meinungen, als die einzige Haltung erscheint, die auf der Höhe der heutigen Zeit ist. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, der nichts anderes als endgültig anerkennt und als letzten Maßstab nur das eigene Ich und seine Wünsche gelten lässt. Wir hingegen haben einen anderen Maßstab: den Sohn Gottes, den wahren Menschen. Er ist das Maß des wahren Humanismus. ‚Erwachsen’ ist nicht nur ein Glaube, der den Wellen der Mode und letzten Neuerungen folgt; erwachsen und reif ist ein Glaube, der tief in der Freundschaft mit Christus wurzelt. Es ist diese Freundschaft, die uns für alles offen macht, was gut ist, und die uns die Richtschnur der Unterscheidung zwischen wahr und falsch, zwischen Betrug und Wahrheit schenkt.“

„Die Skepsis des Pilatus ist das Schicksal einer Welt, die wahrheitslos geworden ist“

In der Fastenzeit, in der wir uns für die Feier der drei österlichen Tage bereiten, stellt sich auch uns die Frage: Was ist Wahrheit? Die Skepsis des Pilatus ist das Schicksal einer Welt, die wahrheitslos geworden ist: einer Welt, die nur noch funktionieren will; einer Welt und Kirche voller seelenloser Funktionäre. Gott bewahre uns davor! Denken wir aber auch immer daran: Die rechte Lehre ist nicht alles. Jesu Regierungsprogramm ist weniger eine Lehre oder ein System, es ist Leben. Der rechte Glaube entfaltet nur dort seine Kraft, wo er glaub-würdig gelebt wird.

Orthodoxie braucht Orthopraxis

Oder anders gesagt: Orthodoxie braucht Orthopraxis, um lebensrelevant zu werden. Deshalb muss es allen, die durch das Sakrament der Taufe „Königskinder“ Gottes geworden sind, ein Herzensanliegen sein, sein Reich, seine Botschaft der Umkehr und Vergebung auszubreiten – in alle unsere Lebensbereiche hinein. Denn Rechtgläubigkeit, Buchstabentreue bleibt leblos und starr, erst im Handeln nach dem Wort Gottes bekommt es Fleisch und Blut. Rechtgläubigkeit ruft förmlich nach Glaubwürdigkeit. Wie sagte Christus-König schon zu Nikodemus: „Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht“ (Joh 3,21).
(radio vatikan – redaktion claudia kaminski)

Unser Sonntag: Im März mit Bischof Bertram Meier, Augsburg

Im März begleitet uns bei „Unser Sonntag“ Bertram Meier, Bischof von Augsburg und 62. Nachfolger des heiligen Ulrich.

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Augsburg und Rom wurde er 1985 zum Priester geweiht. Nach der Zeit als Kaplan und Dekan in Neu-Ulm trat Meier 1996 in den Dienst des Heiligen Stuhls ein und war bis 2001 Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat.

2000 wurde er zum Domkapitular in Augsburg gewählt und leitete nach seiner Rückkehr nach Deutschland von 2002 bis 2014 im Bistum Augsburg verschiedene Referate.

2011 wurde er zum Vorsitzenden der Konferenz der Ordensreferenten in Deutschland gewählt. Zudem wurde er zum Mitglied der von der Deutschen Bischofskonferenz gegründeten „Konferenz Weltkirche“ bestellt. Als Beauftragter für weltkirchliche Aufgaben auf Diözesanebene vertrat er fünf Jahre die bayerischen Bistümer.

Das Augsburger Domkapitel wählte Meier  am 8. Juli 2019 zum Diözesanadministrator, Papst Franziskus ernannte ihn am 29. Januar 2020 zum neuen Bischof von Augsburg. Es ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche und der Unterkommission Interreligiöser Dialog sowie Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz.

(radio vatikan – redaktion claudia kaminski)